Die Auftragsbücher sind vielleicht voll, aber du wünschst dir bessere Aufträge, weniger Preisgespräche oder einen neuen Mitarbeiter. Dafür brauchst du keine Agentur. Handwerk verkauft sich über Vertrauen, und Vertrauen entsteht durch Arbeit, die man sehen kann.
Überleg dir zuerst, was du erreichen möchtest. Mehr Anfragen? Andere Aufträge? Leute fürs Team? Davon hängt alles Weitere ab.
Was solltest du zuerst tun?
Google-Profil vollständig ausfüllen. Gewerk, Einsatzgebiet, Zeiten, Telefonnummer, Leistungen, Fotos. Wer einen Handwerker in der Nähe sucht, sieht das oft zuerst.
Nach Bewertungen fragen. Der beste Moment ist direkt nach dem Abschluss, wenn der Kunde zufrieden vor dem neuen Bad steht. Schick ihm dazu den Link per WhatsApp oder Mail. sellwerk empfiehlt außerdem, auf Bewertungen zu antworten, auch auf schlechte.
Website prüfen. Was gehört auf die Seite, und was muss aktuell bleiben? Das steht in unserem Ratgeber Website für Handwerker.
Wie machst du aus der Baustelle gute Werbung?
Du gehst jeden Tag an deiner besten Werbung vorbei. Der Vorher-Nachher-Moment ist in deinem Handwerk fast immer vorhanden.
- Vorher fotografieren, bevor das erste Werkzeug liegt. Daran denkt man im Trubel selten. Mach es zur festen Gewohnheit beim Aufbau.
- Nachher aus derselben Position. So ist der Unterschied sofort klar.
- Ein Satz dazu. „Bad in 6 Tagen modernisiert, Dusche bodengleich.“ Mehr ist nicht nötig.
- Team zeigen. Der Azubi beim ersten eigenen Einbau oder der Geselle mit dem fertigen Dachstuhl.
Frag den Kunden vorher, und achte auf Adressen, Hausnummern, Kennzeichen und private Dinge im Bild. Das ist Fairness, und es schützt dich vor Ärger. Für Rechtsfragen zu Fotos ist deine Kammer der richtige Ansprechpartner.


Wo lohnt sich Werbung vor Ort?
Das Fahrzeug. Dein Transporter fährt täglich durch dein Einsatzgebiet. Name, Gewerk und Telefonnummer müssen in zwei Sekunden lesbar sein, oder ein QR-Code an der Heckklappe führt zu deiner Website, wenn das Fahrzeug steht.
Das Bauschild. Frag den Kunden, ob du für die Bauzeit ein Schild aufstellen darfst. So siehst du, wer sich in der Straße dafür interessiert.
Nachbarn. Eine kurze Karte in die Nachbarhäuser vor lauten Arbeiten ist Höflichkeit und Werbung zugleich.
Wie viel Social Media ist nötig?
Laut Bitkom nutzen 56 Prozent der befragten Handwerksbetriebe soziale Medien, 2022 waren es 40 Prozent. Befragt wurden 2025 insgesamt 504 Betriebe. Bitkom sieht darin auch eine Chance, Nachwuchs anzusprechen. Eine Pflicht ist das nicht.
Überleg dir, wer dich dort sehen soll. Kunden, die einen Dachdecker suchen, gehen eher auf Google. Junge Leute, die eine Ausbildung suchen, eher auf Instagram oder TikTok. Mehr dazu steht im Ratgeber Mitarbeiter finden.
Wie zeigst du deine Arbeit, ohne viel Zeit zu verlieren?
Das Foto ist schon auf dem Handy. Jetzt geht es nur darum, wohin es kommt:
- Google-Beitrag: Ein Foto, ein Satz, kostenlos. So geht es im Ratgeber Google-Beiträge.
- Website: Hier schauen Kunden nach, wenn du empfohlen wurdest. Dort sollte zu sehen sein, was du zuletzt gemacht hast.
Wenn der Weg zur Website über den Webmaster läuft, bleibt es oft bei den alten Fotos. Mit Local Stories stellst du Fotos und kurze Hinweise wie „Nächste Woche noch Kapazität“ vom Handy in einen Bereich deiner Website. Einmal eingebaut, geht das in der Mittagspause.
Wann lohnen sich Anzeigen?
Wenn du freie Kapazität hast und einen bestimmten Auftrag möchtest, kann ein kleiner Test helfen. Leg vorher fest, was eine Anfrage dir wert ist. Sind die Bücher voll, spar dir das Geld, und investiere lieber in Bewertungen und Fotos, die nicht verschwinden, sobald das Budget endet.
Bei Vermittlungsportalen rechne genau nach, was ein Auftrag am Ende kostet. Das ist unsere Einschätzung, keine Messung.
Was ist der nächste Schritt?
Mach bei deinem nächsten Auftrag ein Vorher-Foto, bevor du anfängst. Frag beim Abschluss nach einer Bewertung und nach der Erlaubnis für das Nachher-Foto. Mehr braucht es für den Anfang nicht.
Häufige Fragen
Brauchen Handwerker Social Media?
Nicht unbedingt. Laut einer Bitkom-Umfrage von 2025 nutzen 56 Prozent der befragten Handwerksbetriebe soziale Medien. Für viele Betriebe bleiben unserer Einschätzung nach Google, Empfehlungen und die eigene Website wichtiger. Social Media lohnt sich besonders, wenn du Mitarbeitende suchst oder gerne zeigst, was du machst.
Darf ich Fotos von Kundenbaustellen veröffentlichen?
Frag immer vorher. Achte darauf, dass keine Adresse, kein Kennzeichen und keine Personen ohne Zustimmung zu sehen sind. Das schließt auch persönliche Gegenstände in der Wohnung ein.
Lohnen sich Anzeigen für Handwerker?
Kommt auf deine Auslastung an. Hast du volle Bücher, sparst du dir das Geld. Für bestimmte Aufträge, die du gezielt möchtest, kann ein kleiner Test sinnvoll sein.
Quellen
Geschrieben von Mark Limbach, Simplefy Software. Wir bauen Software für lokale Betriebe, darunter Local Stories. Die Beispielbilder stammen aus unserer App und zeigen erfundene Beispielbetriebe.